Ein Parkrempler kostet in der Werkstatt schnell 1.500 Euro. Wer sein Auto anderen überlässt, muss vorher wissen, wer diese Rechnung bezahlt, wenn der Mieter am Steuer saß. Genau darum geht es bei Auto privat vermieten Versicherung: um die Frage, welche Police greift, denn die eigene Kfz-Versicherung ist es in den meisten Fällen nicht.
Dieser Ratgeber erklärt, warum die private Police bei der Vermietung nicht greift, wie die Versicherung über eine P2P-Plattform funktioniert, was die Selbstbeteiligung bedeutet und wie ein Schaden abgewickelt wird. Er richtet sich an Vermieter und Mieter gleichermaßen, weil beide Seiten dieselben Fragen haben.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder deine Versicherung.
Warum reicht die private Kfz-Versicherung bei Vermietung nicht?
Eine private Kfz-Police versichert ein Fahrzeug für den privaten Gebrauch des Halters und der eingetragenen Fahrer. Die entgeltliche Überlassung an Dritte ist in den meisten Verträgen ausgeschlossen oder muss angezeigt werden. Das gilt unabhängig davon, ob du einmal im Jahr oder jede Woche vermietest.
Die Haftpflicht greift trotzdem. Die Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Dritte, egal wer fährt. Wer einen Unfall mit einem fremden Fahrzeug verursacht, dessen Schaden wird reguliert. Der Versicherer kann aber beim Halter Rückgriff nehmen, wenn die Nutzung vertragswidrig war.
Die Kasko ist das Problem. Schäden am eigenen Auto, Diebstahl oder Vandalismus während einer nicht angezeigten Vermietung kann der Versicherer ablehnen. Dazu kommt die Rückstufung: Jeder gemeldete Schaden kostet Schadenfreiheitsklassen und damit über Jahre höhere Beiträge.
Seien wir ehrlich: Die meisten privaten Vermietungen gehen gut. Die eine, die nicht gut geht, kostet ohne passende Versicherung mehr, als alle anderen eingebracht haben.
Wie funktioniert die Versicherung über eine P2P-Plattform?
P2P-Plattformen schließen Rahmenverträge mit Versicherern ab, die genau diesen Fall abdecken: ein privates Fahrzeug, ein fremder Fahrer, ein begrenzter Zeitraum. Bei Shary, der P2P-Carsharing-Plattform aus Bonn, ist jede Buchung über die VHV Versicherung abgesichert, mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko. Den Kurzüberblick aus Mietersicht gibt Versichert unterwegs: Was beim Mieten von privat abgedeckt ist.
Zeitraum: Der Schutz gilt vom Beginn bis zum Ende der gebuchten Zeit. Davor und danach gilt wieder die private Police des Halters. Wer das Auto eine Stunde zu spät zurückbringt, fährt diese Stunde unversichert, wenn die Buchung nicht verlängert wurde. Deshalb lohnt sich bei Verspätung die Verlängerung in der App.
Umfang: Haftpflicht für Schäden an Dritten, Vollkasko für Schäden am gemieteten Fahrzeug und Teilkasko für Diebstahl, Glasbruch, Wild- und Sturmschäden. Die genauen Deckungssummen und Ausschlüsse stehen in den Versicherungsbedingungen, die vor der ersten Buchung in der App einsehbar sind.
Fahrer: Versichert ist nur, wer in der Buchung als Fahrer eingetragen ist. Die Plattform prüft Führerschein und Identität bei der Registrierung. Wer das Auto an eine nicht eingetragene Person weitergibt, verliert den Schutz.
Schadenfreiheitsrabatt: Ein Schaden während der Buchung läuft über die Plattformversicherung, nicht über die Police des Halters. Die eigene Schadenfreiheitsklasse bleibt unberührt. Für Vermieter ist das der wichtigste Unterschied zur privaten Vermietung an Bekannte.
Wer zahlt die Selbstbeteiligung?
Die Plattformversicherung übernimmt den Schaden abzüglich einer Selbstbeteiligung. Diese trägt der Mieter, weil er das Fahrzeug während der Buchung in Obhut hatte.
Die Höhe der Selbstbeteiligung steht im jeweiligen Angebot. Bei P2P-Plattformen in Deutschland liegt sie üblicherweise zwischen 500 und 2.000 Euro. Bei Shary können Mieter vor der Fahrt ein Zusatzpaket buchen, das die Selbstbeteiligung reduziert. Das kostet einen Aufpreis pro Buchung und lohnt sich bei längeren Mieten oder teureren Fahrzeugen.
In der Praxis sieht das so aus: Ein Mieter verursacht einen Blechschaden von 1.800 Euro. Die Selbstbeteiligung beträgt 1.000 Euro. Der Mieter zahlt 1.000 Euro, die Versicherung 800 Euro. Hat der Mieter das Zusatzpaket mit reduzierter Selbstbeteiligung gebucht, zahlt er nur den reduzierten Betrag.
Wichtig zu wissen: Die Selbstbeteiligung gilt pro Schadensfall. Zwei Schäden in einer Buchung bedeuten zwei Mal Selbstbeteiligung.
Was ist nicht versichert?
Keine Versicherung deckt alles. Diese Fälle sind bei P2P-Plattformen typischerweise ausgeschlossen, und sie treffen den Mieter in voller Höhe.
Grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz: Fahren unter Alkohol oder Drogen, Fahren ohne gültigen Führerschein, bewusstes Ignorieren von Warnleuchten.
Falsches Tanken: Diesel in den Benziner ist ein Bedienfehler, kein Unfall. Die Reparatur zahlt der Mieter.
Innenraum und Reifen: Brandlöcher, Flecken, verlorene Schlüssel und Reifenschäden ohne Unfallursache sind meist nicht gedeckt.
Fahrten außerhalb des Geltungsgebiets: Wer mit dem Mietauto ins Ausland fährt, prüft vorher, ob die Versicherung dort gilt. Das steht in den Bedingungen.
Fahrten außerhalb der Buchungszeit: Vor Beginn und nach Ende der Buchung gilt der Plattformschutz nicht.
Für Vermieter heißt das: Was im Übergabeprotokoll nicht dokumentiert ist, lässt sich später nicht zuordnen. Für Mieter heißt das: Wer bei der Übergabe einen Kratzer sieht, fotografiert ihn, bevor er losfährt. Wie das Protokoll aussieht, zeigt Die Übergabe: Protokoll, Fotos, Kilometerstand.
Wie läuft die Abwicklung im Schadensfall?
Genug Theorie. Ein Schaden ist ärgerlich, aber mit Protokoll und App in vier Schritten erledigt.
Erstens, Schaden dokumentieren: Fotos vom Schaden, vom Umfeld und bei Fremdbeteiligung vom anderen Fahrzeug. Bei Unfällen mit Personenschaden oder unklarer Schuld die Polizei rufen.
Zweitens, Schaden in der App melden: Die Meldung an die Plattform muss innerhalb der Buchung oder spätestens bei Rückgabe erfolgen. Später gemeldete Schäden sind schwer zuzuordnen.
Drittens, Rückgabeprotokoll: Vermieter und Mieter halten den Schaden gemeinsam im Protokoll fest. Das Protokoll aus der Übergabe zeigt, dass der Schaden vorher nicht da war.
Viertens, Regulierung: Die Plattform leitet den Fall an die Versicherung weiter. Der Vermieter holt einen Kostenvoranschlag ein, die Versicherung zahlt abzüglich der Selbstbeteiligung, die der Mieter trägt.
Was in den ersten Minuten nach einem Schaden zu tun ist, steht Schritt für Schritt in Schaden während der Miete: Was jetzt zu tun ist. Was Vermieter sonst noch regeln müssen, steht im Ratgeber zum privaten Auto vermieten.
Welche Optionen bleiben bei Vermietung ohne Plattform?
Wer sein Auto an den Nachbarn vermietet, ohne eine Plattform zu nutzen, hat drei Möglichkeiten. Alle drei müssen vor der Übergabe stehen.
Zusatzklausel beim eigenen Versicherer: Einige Versicherer nehmen die gelegentliche entgeltliche Vermietung gegen Aufpreis in die Police auf. Schriftlich beantragen, schriftlich bestätigen lassen.
Kurzzeitversicherung pro Vermietung: Tagesaktuelle Kfz-Versicherungen gibt es bei Spezialanbietern. Flexibel, aber pro Tag teuer.
Privater Mietvertrag mit Haftungsklausel: Ein Vertrag regelt, wer welchen Schaden trägt. Er ersetzt keine Versicherung. Wenn der Mieter nicht zahlen kann, bleibt der Vermieter auf dem Schaden sitzen.
Der Vergleich zeigt, warum Plattformen mit eigener Versicherung den privaten Markt tragen: Die Versicherungsfrage ist mit der Buchung gelöst, und beide Seiten wissen vorher, was im Schadensfall passiert.
Auto privat vermieten Versicherung heißt in der Praxis: die Frage vor dem ersten Inserat klären, nicht nach dem ersten Schaden. Über eine Plattform mit eigener Versicherung ist sie mit der Buchung beantwortet. Die Versicherungsbedingungen für Vermieter und Mieter findest du in der Shary-App vor jeder Buchung.
Häufige Fragen
- Ist mein Auto versichert, wenn ich es über Shary vermiete?
- Ja. Jede Buchung über Shary ist über die VHV Versicherung abgesichert, mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko für den gebuchten Zeitraum. Deine private Police und dein Schadenfreiheitsrabatt bleiben unberührt.
- Wer zahlt die Selbstbeteiligung?
- Der Mieter, weil er das Fahrzeug während der Buchung in Obhut hatte. Die Höhe steht im Angebot. Mieter können die Selbstbeteiligung vor der Fahrt über ein Zusatzpaket reduzieren.
- Was passiert, wenn der Mieter das Auto zu spät zurückbringt?
- Außerhalb der Buchungszeit gilt die Plattformversicherung nicht. Mieter sollten die Buchung in der App verlängern, bevor die gebuchte Zeit abläuft.
- Muss ich meiner Kfz-Versicherung sagen, dass ich über eine Plattform vermiete?
- Die Buchung läuft über die Plattformversicherung. Viele Versicherer möchten trotzdem informiert werden, und manche Verträge verlangen es. Ein kurzes Schreiben schafft Klarheit und vermeidet spätere Diskussionen.
- Deckt die Versicherung Schäden im Innenraum?
- In der Regel nicht. Flecken, Brandlöcher und verlorene Schlüssel trägt der Mieter. Deshalb gehören Innenraumfotos ins Übergabe- und Rückgabeprotokoll.
- Was ist, wenn der Mieter einen Unfall mit Fremdschaden verursacht?
- Die Haftpflicht der Plattformversicherung reguliert den Schaden des anderen Beteiligten. Der Schaden am gemieteten Fahrzeug läuft über die Kasko abzüglich Selbstbeteiligung. Bei Personenschäden oder unklarer Schuld immer die Polizei rufen.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

