Rund 2.900 Mal im Monat wird in Deutschland nach Getaround gesucht, 1.600 Mal nach SnappCar (Google Keyword-Planner, 2026). Beide stehen für dasselbe Prinzip: Privatpersonen vermieten ihr eigenes Auto per App an andere Privatpersonen. Shary aus Bonn macht das auch, mit einem anderen Zuschnitt.
Wir haben die drei Plattformen entlang der Fragen verglichen, die vor der ersten Buchung oder dem ersten Inserat zählen: Versicherung, Selbstbeteiligung, Gebühren, Regionen, Übergabe und Zielgruppe. Alle drei Anbieter werden hier sachlich beschrieben. Welche zu dir passt, hängt davon ab, wo du wohnst und was du vorhast.
Was haben die drei Plattformen gemeinsam?
Alle drei vermitteln private Fahrzeuge, wickeln die Zahlung ab und stellen eine Versicherung für die Mietdauer. Der Vermieter legt Preis und Verfügbarkeit fest, der Mieter bucht per App, und die Plattform behält eine Provision ein.
Bei allen drei prüft die Plattform Führerschein und Identität der Mieter bei der Registrierung. Bei allen drei gilt der Versicherungsschutz nur für die eingetragenen Fahrer und nur für den gebuchten Zeitraum. Und bei allen drei trägt der Mieter im Schadensfall eine Selbstbeteiligung, die sich gegen Aufpreis reduzieren lässt.
Der Markt ist überschaubar. Zum 1. Januar 2024 hatten rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland eine Carsharing-Fahrberechtigung, der weitaus größte Teil davon bei stationsbasierten und Free-Floating-Anbietern (Bundesverband CarSharing, 2024). P2P-Carsharing ist der kleinste Teil des Marktes, und er wächst dort, wo Stationsanbieter nicht hinkommen: in Mittelstädten und am Stadtrand.
Getaround: Der europäische Marktführer
Getaround kommt aus den USA, hat 2019 den französischen Anbieter Drivy übernommen und ist seitdem in mehreren europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland. Das US-Geschäft hat das Unternehmen 2025 eingestellt und sich auf Europa konzentriert.
Stärke: Technik. Mit Getaround Connect lassen sich ausgerüstete Fahrzeuge ohne Schlüsselübergabe per App öffnen, rund um die Uhr. In Berlin waren laut einem Interview mit dem Country Manager für Deutschland und Österreich über 500 Fahrzeuge mit der Box ausgestattet (startupvalley, 2026).
Fokus: Großstädte. Das Angebot konzentriert sich auf Berlin, Hamburg, München und weitere Metropolen. Außerhalb davon wird die Auswahl dünn.
Für wen: Mieter in Großstädten, die spontan und ohne Treffen mit dem Vermieter fahren wollen, und Vermieter, die ihr Auto mit Connect-Box fast vollautomatisch vermieten möchten.
SnappCar: Der niederländische Nachbar
SnappCar kommt aus den Niederlanden und ist dort einer der großen P2P-Anbieter. In Deutschland ist die Plattform seit 2016 aktiv, unter anderem durch die Übernahme des deutschen Anbieters Tamyca.
Stärke: Einfachheit. SnappCar setzt auf die persönliche Übergabe mit Schlüssel und ein schlankes Buchungsmodell, bei dem der Vermieter Preis und Regeln festlegt.
Fokus: Niederlande zuerst, Deutschland als Zweitmarkt. Das deutsche Angebot ist kleiner als das niederländische und regional unterschiedlich dicht. Die Suchanfragen nach SnappCar in Deutschland gehen im Jahresvergleich um 38 Prozent zurück (Google Keyword-Planner, 2026).
Für wen: Mieter, die eine persönliche Übergabe bevorzugen, und Vermieter, die keine Technik ins Auto einbauen wollen. Vor der Registrierung lohnt sich ein Blick, ob in der eigenen Stadt überhaupt Fahrzeuge inseriert sind.
Shary: Lokal, versichert, aus Bonn
Shary ist die jüngste der drei Plattformen und kommt aus Bonn. Der Zuschnitt ist bewusst lokal: Nachbarschaftsautos in Bonn, Köln, Düsseldorf und dem Umland, dazu wachsende Angebote in anderen Regionen.
Versicherung: Jede Buchung ist über die VHV Versicherung abgesichert, mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko für den gebuchten Zeitraum. Der Schadenfreiheitsrabatt des Vermieters bleibt unberührt. Die Selbstbeteiligung trägt der Mieter und kann sie vor der Fahrt über ein Zusatzpaket reduzieren. Die Details stehen im Ratgeber zur Versicherung beim privaten Carsharing.
Gebühren: Shary behält 20 Prozent des Buchungswerts als Provision ein. Für Mieter gibt es keine Grundgebühr und keine Mitgliedschaft. 200 Kilometer pro Tag sind inklusive, Mehrkilometer werden nach der Rückgabe automatisch abgerechnet.
Preise und Zeiträume: Fahrzeuge ab 20 Euro pro Tag, buchbar von einer Stunde bis zu einer Woche. Vermieter erreichen laut Shary bis zu 800 Euro im Monat.
Übergabe: Persönlich oder per Schlüsselbox, mit Protokoll in der App, das beide Seiten bestätigen. Wie die erste Buchung abläuft, steht im Leitfaden für die erste Buchung.
Für wen: Mieter und Vermieter im Rheinland und in Mittelstädten, in denen Getaround und SnappCar wenig Angebot haben, und alle, denen eine Versicherung mit namentlich bekanntem Versicherer wichtiger ist als Keyless-Technik.
Worauf du bei jeder Plattform vor der ersten Buchung achtest?
Der Reihe nach, unabhängig vom Anbieter:
Versicherungsbedingungen lesen, vor allem Selbstbeteiligung, Ausschlüsse und Geltungsgebiet. Das steht bei allen drei in der App.
Angebot in deiner Stadt prüfen, bevor du dich registrierst. Eine Plattform mit 10.000 Autos in Berlin hilft in Euskirchen nicht.
Übergabeform klären: Keyless ist bequem, persönlich ist nachvollziehbarer. Ein Protokoll mit Fotos brauchst du in beiden Fällen.
Gesamtpreis rechnen: Tagespreis plus Kilometer plus Zusatzpaket plus eventuelle Servicegebühr. Der günstigste Tagespreis ist nicht immer der günstigste Gesamtpreis.
Was Mieten von privat grundsätzlich von Autovermietung und eigenem Auto unterscheidet, zeigt der Vergleich Privates Carsharing, Autovermietung oder eigenes Auto?.
Getaround, SnappCar und Shary lösen dieselbe Aufgabe mit drei Zuschnitten: Technik in Großstädten, persönliche Übergabe mit niederländischem Schwerpunkt, lokales Netz im Rheinland mit Versicherung über die VHV. Prüfe in der Shary-App, wie viele Fahrzeuge in deiner Nachbarschaft frei sind, und vergleiche das mit dem Angebot der anderen beiden in deiner Stadt.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Getaround, SnappCar und Shary?
- Alle drei vermitteln private Autos per App mit Versicherung. Getaround setzt auf Keyless-Technik in Großstädten, SnappCar auf persönliche Übergabe mit Schwerpunkt Niederlande, Shary auf Nachbarschaftsautos im Rheinland und in Mittelstädten mit Versicherung über die VHV.
- Welche Plattform ist am günstigsten?
- Das hängt vom Gesamtpreis aus Tagespreis, Kilometern, Zusatzpaket und Gebühren ab, nicht vom Tagespreis allein. Bei Shary gibt es keine Grundgebühr, die Preise beginnen bei 20 Euro pro Tag.
- Ist Shary eine Alternative zu Getaround?
- In Bonn, Köln, Düsseldorf und dem Umland ja, weil dort mehr Nachbarschaftsautos inseriert sind. In Berlin oder München hat Getaround das dichtere Angebot.
- Wer zahlt die Selbstbeteiligung bei einem Schaden?
- Bei allen drei Plattformen der Mieter. Die Höhe steht im jeweiligen Angebot und lässt sich vor der Fahrt gegen Aufpreis reduzieren.
- Kann ich mein Auto auf mehreren Plattformen gleichzeitig vermieten?
- Technisch ja, praktisch nur mit sauber gepflegten Kalendern, sonst drohen Doppelbuchungen und Absagen. Die meisten Vermieter bleiben bei einer Plattform.
- Welche Plattform hat die meisten Autos in Deutschland?
- Verlässliche aktuelle Zahlen veröffentlichen die Anbieter nicht. Prüfe das Angebot in deiner Stadt direkt in der jeweiligen App, bevor du dich registrierst.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

