Ein Golf kostet seinen Halter rund 617 Euro im Monat, wenn man Wertverlust, Versicherung, Werkstatt und Kraftstoff zusammenrechnet (ADAC, 2025). Beim Zweitwagen fällt ein Teil davon weg, weil er weniger fährt. Der größere Teil bleibt. Die Zweitwagen Kosten laufen an jedem Tag, an dem das Auto vor der Tür steht, und das sind beim typischen Zweitwagen die meisten.
Dieser Ratgeber rechnet die drei Optionen durch: den Zweitwagen behalten, ihn abschaffen und bei Bedarf mieten, oder ihn behalten und an den freien Tagen vermieten. Welche passt, hängt von einer einzigen Zahl ab: wie viele Tage im Monat du ihn wirklich brauchst.
Was kostet ein Zweitwagen im Monat wirklich?
Die meisten Halter kennen nur den Spritpreis. Die Fixkosten laufen unauffällig im Hintergrund.
Wertverlust ist der größte Posten, auch bei einem älteren Auto. Ein zehn Jahre alter Kompaktwagen verliert weniger als ein Neuwagen, aber er verliert, und zwar unabhängig davon, ob er fährt oder steht.
Versicherung und Steuer fallen jeden Monat an. Beim Zweitwagen oft mit schlechterer Schadenfreiheitsklasse als beim Erstwagen, weil er später angemeldet wurde.
Stellplatz ist in der Stadt ein echter Posten. Wer einen zweiten Tiefgaragenplatz mietet, zahlt dafür mehr als für manche Monatsmiete eines Autos.
Wartung, Reifen, Hauptuntersuchung kommen seltener, aber sie kommen. Ein Auto, das wenig fährt, braucht trotzdem alle zwei Jahre die Prüfplakette und alle paar Jahre neue Reifen, weil Gummi altert.
Der ADAC rechnet beim Kompaktwagen mit 10 bis 15 Cent Betriebskosten pro Kilometer für Reifen, Verschleiß und Inspektion (ADAC, 2025). Bei einem Zweitwagen mit 500 Kilometern im Monat sind das 50 bis 75 Euro, dazu die Fixkosten, die auch bei null Kilometern anfallen.
Wie viele Tage im Monat fährt der Zweitwagen?
Seien wir ehrlich: Die meisten Zweitwagen fahren an vier bis acht Tagen im Monat. Zum Einkaufen, wenn der Erstwagen weg ist, für den Termin außerhalb, für den Ausflug am Sonntag.
Nimm dir den Kalender des letzten Monats und zähle die Tage, an denen das Auto wirklich gefahren ist. Nicht die Tage, an denen es hätte gebraucht werden können, sondern die, an denen jemand am Steuer saß. Diese Zahl ist die Grundlage für alles Weitere.
Wichtig zu wissen: Die Gewohnheit verzerrt die Zählung. Wer ein zweites Auto hat, fährt Wege, die er sonst mit dem Rad oder zu Fuß gemacht hätte. Ein ehrlicher Wert liegt oft unter dem gefühlten.
Ein zweiter Blick lohnt sich auf die Fahrten selbst. Wege unter drei Kilometern, Einkäufe, die auch mit dem Rad gehen, und Termine, die der Erstwagen übernehmen könnte, fallen aus der Zählung heraus, sobald das Auto nicht mehr vor der Tür steht. Wer nach dieser Korrektur bei vier Tagen landet statt bei acht, hat die Antwort auf die Frage, ob der Zweitwagen bleiben muss, fast schon gefunden.
Wann lohnt sich Abschaffen und Mieten?
Die Rechnung ist einfach: Fixkosten im Monat geteilt durch die Tage, an denen das Auto fährt, ergibt den Preis pro Nutzungstag. Liegt der über dem Preis einer privaten Tagesmiete, ist Abschaffen die günstigere Variante.
In der Praxis sieht das so aus: Ein Zweitwagen mit 250 Euro Fixkosten im Monat, der an fünf Tagen fährt, kostet 50 Euro pro Nutzungstag. Ein Kompaktwagen aus der Nachbarschaft kostet auf Shary ab 20 Euro pro Tag, mit 200 Inklusivkilometern und Versicherung über die VHV mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko. Die fünf Tage kommen gemietet auf 100 bis 175 Euro, statt 250 Euro plus Kraftstoff und Verschleiß.
Was gegen das Abschaffen spricht: Spontaneität. Ein gemietetes Auto muss angefragt und abgeholt werden. Wer um 7 Uhr merkt, dass das Kind zum Arzt muss, braucht das Auto vor der Tür. Wie die Buchung bei einer Privatperson abläuft und wie viel Vorlauf sie braucht, steht im Leitfaden für die erste Buchung.
Wann lohnt sich Behalten und Vermieten?
Die dritte Option kehrt die Rechnung um. Der Zweitwagen bleibt, und die 20 Tage, an denen er steht, verdienen Geld.
Einnahmen: Bei 35 Euro Tagespreis und acht Miettagen im Monat bleiben nach 20 Prozent Provision rund 224 Euro. Das deckt die Fixkosten eines typischen Zweitwagens fast vollständig. Shary nennt als Obergrenze bis zu 800 Euro im Monat für Fahrzeuge, die fast durchgehend verfügbar sind. Die vollständige Rechnung inklusive Abnutzung und Reinigung steht im Ratgeber zum privaten Auto vermieten.
Versicherung: Während der Buchung greift die Plattformversicherung über die VHV, deine private Police und dein Schadenfreiheitsrabatt bleiben unberührt. Die Selbstbeteiligung trägt der Mieter.
Verfügbarkeit: Du legst fest, an welchen Tagen das Auto buchbar ist. Der Sonntagsausflug bleibt dir, die Werktage gehören den Mietern.
Klingt gut? Es gibt einen Haken. Vermieten kostet Zeit für Übergabe, Rückgabe und Reinigung, und es braucht ein Auto, das Fremde fahren wollen: sauber, technisch in Ordnung, ohne Warnleuchten. Ein Zweitwagen, der seit Jahren nur noch zum Bäcker fährt, ist oft nicht in diesem Zustand.
Welche Option passt zu welchem Zweitwagen?
Der Reihe nach, nach Nutzungstagen und Zustand:
Unter vier Nutzungstage im Monat, Auto älter und wenig gepflegt: abschaffen, Erlös einstreichen, bei Bedarf aus der Nachbarschaft mieten.
Vier bis acht Nutzungstage, Auto in gutem Zustand: behalten und vermieten. Die Fixkosten werden gedeckt, das Auto bleibt verfügbar.
Über zehn Nutzungstage: behalten. Das Auto arbeitet für dich, und Vermieten an den wenigen freien Tagen lohnt den Aufwand kaum.
Leasing oder Finanzierung läuft noch: Vermieten ist meist ausgeschlossen, Abschaffen kostet Ablöse. Hier hilft nur abwarten bis zum Vertragsende oder die Zahlen für die Restlaufzeit vergleichen.
Was ein eigenes Auto grundsätzlich gegen Mieten und Carsharing kostet, zeigt der Vergleich Privates Carsharing, Autovermietung oder eigenes Auto?.
Zweitwagen Kosten sind in Wahrheit Stehkosten: Sie fallen an den Tagen an, an denen niemand fährt. Wer diese Tage zählt, weiß, ob Abschaffen oder Vermieten die bessere Rechnung ist. Welche Tagespreise Fahrzeuge wie deines in der Nachbarschaft erzielen, siehst du in der Shary-App.
Häufige Fragen
- Was kostet ein Zweitwagen im Monat?
- Die Fixkosten aus Wertverlust, Versicherung, Steuer, Stellplatz und Wartung fallen auch bei wenigen Kilometern an. Zum Vergleich kostet ein Golf als Erstwagen rund 617 Euro Vollkosten im Monat (ADAC, 2025). Beim Zweitwagen sinkt vor allem der Kraftstoffanteil.
- Ab wie vielen Nutzungstagen lohnt sich ein Zweitwagen?
- Teile die monatlichen Fixkosten durch die Tage, an denen das Auto fährt. Liegt der Wert über dem Preis einer privaten Tagesmiete, ab 20 Euro auf Shary, ist Mieten günstiger als Behalten.
- Kann ich meinen Zweitwagen vermieten, ohne meine Versicherung zu belasten?
- Ja. Bei Shary ist jede Buchung über die VHV Versicherung abgesichert, mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko. Deine private Police und dein Schadenfreiheitsrabatt bleiben unberührt.
- Wie viel bringt ein vermieteter Zweitwagen?
- Bei 35 Euro Tagespreis und acht Miettagen bleiben nach 20 Prozent Provision rund 224 Euro im Monat. Fahrzeuge mit hoher Verfügbarkeit erreichen auf Shary bis zu 800 Euro.
- Darf ich ein geleastes Zweitauto vermieten?
- In der Regel nicht, Leasingverträge schließen die Weitervermietung fast immer aus. Bei finanzierten Fahrzeugen brauchst du meist die Zustimmung der Bank.
- Welcher Zweitwagen eignet sich zum Vermieten?
- Ein sauberes, technisch einwandfreies Auto mit gültiger Hauptuntersuchung und ohne Warnleuchten. Kleine Lackschäden stören nicht, wenn sie im Inserat dokumentiert sind.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

