Die erste Auszahlung ist da, und mit ihr die Frage, was das Finanzamt davon wissen will. Beim Thema Auto vermieten und Steuern kursieren zwei Mythen: dass private Einnahmen grundsätzlich steuerfrei sind, und dass jede Vermietung ein Gewerbe ist. Beides stimmt nicht.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Einnahmen aus der privaten Vermietung steuerlich eingeordnet werden, wann sie steuerfrei bleiben, welche Kosten du gegenrechnen kannst, was Plattformen ans Finanzamt melden und ab wann aus der Vermietung ein Gewerbe wird. Die Grundbegriffe in Kurzform stehen in Einnahmen aus der Autovermietung versteuern.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder deine Versicherung.
Wie ordnet das Finanzamt Einnahmen aus der Autovermietung ein?
Wer sein privates Auto gelegentlich vermietet, erzielt sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Das ist dieselbe Kategorie wie gelegentliche Vermittlungsprovisionen oder die Vermietung beweglicher Gegenstände. Sie gehören in die Einkommensteuererklärung, in die Anlage SO.
Entscheidend ist nicht die Einnahme, sondern der Überschuss: Einnahmen minus Werbungskosten. Nur der Überschuss wird versteuert, und zwar mit deinem persönlichen Steuersatz, zusammen mit Gehalt oder anderen Einkünften.
Wichtig zu wissen: Es gibt für diese Einkünfte eine Freigrenze von 256 Euro im Jahr. Bleibt der Überschuss aus allen sonstigen Einkünften zusammen darunter, ist er steuerfrei. Liegt er bei 257 Euro, wird der gesamte Betrag versteuert, nicht nur der Euro darüber. Das ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag.
Welche Kosten kannst du gegenrechnen?
Die Werbungskosten sind der Grund, warum viele Gelegenheitsvermieter unter der Freigrenze bleiben. Absetzbar sind die Kosten, die mit der Vermietung zusammenhängen, anteilig nach dem Verhältnis von Vermietungstagen zu Gesamttagen.
Plattformprovision: Bei Shary werden 20 Prozent des Buchungswerts einbehalten. Dieser Betrag ist in voller Höhe Werbungskosten, weil er nur durch die Vermietung entsteht.
Anteilige Fixkosten: Versicherung, Kfz-Steuer, Wertverlust, Stellplatz. Wer das Auto an 30 von 365 Tagen vermietet, setzt rund 8 Prozent dieser Kosten an.
Direkte Kosten: Reinigung nach der Vermietung, Kraftstoff, den der Mieter nicht ersetzt hat, zusätzliche Verschleißkosten. Der ADAC rechnet beim Kompaktwagen mit 10 bis 15 Cent Betriebskosten pro Kilometer (ADAC, 2025), das ist ein brauchbarer Ansatz für gefahrene Mietkilometer.
In der Praxis sieht das so aus: 1.200 Euro Einnahmen im Jahr, davon 240 Euro Provision, 300 Euro anteilige Fixkosten, 200 Euro Verschleiß und Reinigung. Überschuss 460 Euro, über der Freigrenze, also steuerpflichtig mit dem persönlichen Steuersatz. Bei 600 Euro Einnahmen mit denselben Quoten läge der Überschuss unter 256 Euro und wäre steuerfrei.
Die Aufteilung der Fixkosten nach Tagen ist eine anerkannte, aber nicht die einzige Methode. Wer das Auto an Vermietungstagen deutlich mehr fährt als an eigenen Tagen, kann die Kosten auch nach Kilometern aufteilen. Welche Methode das Finanzamt im Einzelfall akzeptiert, hängt von der Dokumentation ab. Ein Fahrtenbuch für die Mietkilometer und die Abrechnungen der Plattform sind die Grundlage, die beide Methoden tragen.
Seien wir ehrlich: Die Rechnung steht und fällt mit den Belegen. Provisionen stehen in den Abrechnungen der Plattform, Reinigung braucht Quittungen, Fixkosten die Jahresrechnungen. Wer von Anfang an einen Ordner führt, hat im Mai keine Arbeit.
Was melden Plattformen ans Finanzamt?
Seit 2023 gilt das Plattformen-Steuertransparenzgesetz. Digitale Plattformen müssen Einnahmen ihrer Nutzer an das Bundeszentralamt für Steuern melden, wenn bestimmte Schwellen überschritten werden. Das Finanzamt sieht also, was über Plattformen eingenommen wurde, unabhängig davon, ob es in der Steuererklärung steht.
Das ändert nichts an der Steuerpflicht, es ändert die Entdeckungswahrscheinlichkeit. Wer Einnahmen über der Freigrenze nicht angibt, riskiert Nachzahlung, Zinsen und im Ernstfall ein Verfahren.
Der Reihe nach, was das für dich heißt: Einnahmen und Kosten dokumentieren, Überschuss berechnen, bei Überschreiten der Freigrenze in der Anlage SO angeben, und bei Unsicherheit einen Steuerberater fragen. Die vollständige Rechnung mit Einnahmen und Abzügen steht im Ratgeber zum privaten Auto vermieten.
Ab wann wird aus der Vermietung ein Gewerbe?
Die Grenze ist nicht als Zahl definiert, sondern durch das Gesamtbild. Gewerblich ist eine Tätigkeit, die selbstständig, nachhaltig, mit Gewinnabsicht und als Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr ausgeübt wird und über private Vermögensverwaltung hinausgeht.
Private Vermögensverwaltung liegt vor, wenn du dein eigenes Auto, das du selbst nutzt, an freien Tagen vermietest. Ein Fahrzeug, unregelmäßige Buchungen, kein Zukauf, keine Angestellten.
Gewerbe wird es, wenn du Fahrzeuge kaufst, um sie zu vermieten, mehrere Autos betreibst, systematisch Werbung machst oder die Vermietung zur Haupttätigkeit wird. Dann folgen Gewerbeanmeldung, Gewerbesteuer ab dem Freibetrag, Umsatzsteuer oberhalb der Kleinunternehmergrenze, und die Einnahmen wechseln von sonstigen Einkünften zu Einkünften aus Gewerbebetrieb.
Wichtig zu wissen: Die Zahl der Buchungen allein entscheidet nicht. Ein Zweitwagen, der an 80 Tagen im Jahr über eine Plattform vermietet wird, kann noch private Vermögensverwaltung sein. Drei gekaufte Fahrzeuge an 30 Tagen sind es wahrscheinlich nicht. Wer in diese Richtung geht, klärt das vorher mit einem Steuerberater, nicht nachher mit dem Finanzamt.
Was gehört in die Steuererklärung?
Konkret heißt das:
Anlage SO für sonstige Einkünfte: Einnahmen aus der Vermietung beweglicher Gegenstände, Werbungskosten, Überschuss.
Belege werden nicht mitgeschickt, aber aufbewahrt: die Abrechnungen der Plattform, wie sie Das eigene Auto vermieten: Preis, Aufwand, Auszahlung beschreibt, Quittungen, Jahresrechnungen für Versicherung und Steuer, eine Aufstellung der Vermietungstage.
Zeitpunkt: Die Einnahmen zählen in dem Jahr, in dem sie ausgezahlt wurden, nicht in dem Jahr der Buchung.
Wer unter der Freigrenze bleibt, muss die Einkünfte nicht angeben. Wer sie trotzdem angibt, dokumentiert, dass er die Rechnung gemacht hat, und das kann bei einer späteren Rückfrage hilfreich sein.
Auto vermieten und Steuern passen zusammen, wenn du drei Dinge tust: Belege sammeln, den Überschuss rechnen, die Freigrenze kennen. Wer gelegentlich vermietet, bleibt oft darunter. Wer darüber liegt, zahlt auf den Überschuss, nicht auf die Einnahme. Die Abrechnungen für deine Belegsammlung findest du in der Shary-App.
Häufige Fragen
- Muss ich Einnahmen aus der privaten Autovermietung versteuern?
- Ja, als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Steuerfrei bleiben sie, wenn der Überschuss aus Einnahmen minus Werbungskosten unter der Freigrenze von 256 Euro im Jahr liegt.
- Was ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag?
- Bei einer Freigrenze wird bei Überschreiten der gesamte Betrag steuerpflichtig, bei einem Freibetrag nur der Teil darüber. Die 256 Euro für sonstige Einkünfte sind eine Freigrenze.
- Welche Kosten kann ich absetzen?
- Die Plattformprovision in voller Höhe, anteilige Versicherung, Steuer, Wertverlust und Stellplatz nach Vermietungstagen, dazu Reinigung und Verschleiß für die Mietkilometer.
- Meldet Shary meine Einnahmen ans Finanzamt?
- Plattformen sind seit 2023 nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz verpflichtet, Einnahmen ihrer Nutzer oberhalb bestimmter Schwellen an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden. Dokumentiere Einnahmen und Kosten deshalb von Anfang an.
- Ab wann muss ich ein Gewerbe anmelden?
- Wenn die Vermietung über private Vermögensverwaltung hinausgeht, etwa bei gekauften Fahrzeugen zum Vermieten, mehreren Autos oder systematischer Werbung. Die Grenze ist eine Gesamtbetrachtung, kläre sie im Zweifel mit einem Steuerberater.
- In welchem Jahr zählen die Einnahmen?
- In dem Jahr, in dem sie ausgezahlt wurden. Eine Buchung im Dezember mit Auszahlung im Januar gehört ins neue Jahr.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

