Der erste Schnee kommt im Rheinland selten vor Dezember, aber er kommt. Wer dann mit Sommerreifen unterwegs ist, hat ein Problem, und beim Mietwagen stellt sich sofort die Frage, wer für die Winterreifen verantwortlich war: der Mieter, der gefahren ist, oder der Vermieter, dem das Auto gehört.
Dieser Ratgeber erklärt, was die Winterreifenpflicht in Deutschland verlangt, wie die Verantwortung beim privat gemieteten Auto verteilt ist, was ein Verstoß kostet und was du vor der Fahrt in der App prüfst.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder deine Versicherung.
Was verlangt die Winterreifenpflicht in Deutschland?
Deutschland hat keine Winterreifenpflicht nach Kalender, sondern eine situative. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Reifen gefahren werden darf, die für winterliche Verhältnisse geeignet sind.
Geeignet sind Reifen mit dem Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Reifen, die nur die Kennzeichnung M+S tragen, gelten seit Oktober 2024 nicht mehr als Winterreifen. Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol erfüllen die Pflicht.
Wichtig zu wissen: Die Pflicht gilt für die Situation, nicht für das Datum. Wer im Dezember bei trockener Straße mit Sommerreifen fährt, verstößt nicht gegen die Regel. Wer im April in einen Schneeschauer gerät, schon. Deshalb ist die Faustregel „von Oktober bis Ostern" eine Empfehlung, kein Gesetz, aber eine, die vor Ärger schützt.
Wer ist beim privat gemieteten Auto verantwortlich?
Beide, in unterschiedlicher Rolle. Das ist der Punkt, den viele Mieter und Vermieter nicht kennen.
Der Fahrer ist verantwortlich dafür, dass er bei winterlichen Verhältnissen nur mit geeigneten Reifen fährt. Wer mit Sommerreifen in den Schnee fährt, begeht als Fahrer die Ordnungswidrigkeit, egal wem das Auto gehört.
Der Halter ist verantwortlich dafür, dass er die Fahrt mit ungeeigneten Reifen nicht anordnet oder zulässt. Wer sein Auto im Januar mit Sommerreifen vermietet, obwohl Schnee angesagt ist, kann als Halter ebenfalls belangt werden.
In der Praxis sieht das so aus: Der Vermieter stellt das Auto mit der Bereifung, die er für die Saison für richtig hält, und schreibt es ins Inserat. Der Mieter prüft bei der Übergabe, was montiert ist, und entscheidet, ob er bei der Wetterlage damit fahren kann. Wer bei Schnee ein Auto mit Sommerreifen übernimmt und losfährt, trägt als Fahrer die Verantwortung. Wer es gar nicht erst übernimmt, hat alles richtig gemacht.
Was kostet ein Verstoß?
Der Bußgeldkatalog sieht für das Fahren mit ungeeigneten Reifen bei winterlichen Verhältnissen ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg vor, bei Behinderung oder Gefährdung anderer mehr. Für den Halter, der die Fahrt zulässt, gibt es ein eigenes Bußgeld mit Punkt.
Teurer wird es bei einem Unfall. Wer bei Schnee mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt ist, bekommt eine Mitschuld zugerechnet, auch wenn der andere den Unfall verursacht hat. Die Kaskoversicherung kann die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen.
Bei einer Buchung über Shary, der P2P-Carsharing-Plattform aus Bonn, ist jede Fahrt über die VHV Versicherung mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko abgesichert. Grobe Fahrlässigkeit ist aber auch dort ein Grund, bei dem die Versicherung kürzen oder Rückgriff nehmen kann. Was im Schadensfall gilt, steht im Ratgeber zur Versicherung beim privaten Carsharing. Wer nach der Miete welches Bußgeld zahlt, erklärt Bußgeld nach der Miete: Wer zahlt was.
Was prüfst du als Mieter vor der Fahrt?
Der Reihe nach, bevor du die Buchung bestätigst und noch einmal bei der Übergabe.
Im Inserat: Steht dort, welche Reifen montiert sind. Viele Vermieter schreiben „Winterreifen ab November" oder „Ganzjahresreifen" in die Beschreibung. Steht nichts, fragst du in der App nach.
Bei der Übergabe: Ein Blick auf die Reifenflanke. Das Alpine-Symbol ist ein Berg mit Schneeflocke. Nur M+S reicht nicht mehr. Ein Foto der Reifen gehört ohnehin ins Übergabeprotokoll, und der Zusatz „Winterreifen mit Alpine-Symbol" im Protokoll ist für beide Seiten die Absicherung.
Profiltiefe: Gesetzlich sind 1,6 Millimeter Mindestprofil vorgeschrieben. Bei Winterreifen empfehlen Automobilclubs mindestens 4 Millimeter, weil darunter der Griff auf Schnee stark nachlässt. Eine Zwei-Euro-Münze hilft: Verschwindet der Rand der Münze im Profil, sind mehr als 4 Millimeter da.
Dazu kommt die Ausrüstung im Auto, die im Winter mehr zählt als im Sommer: Eiskratzer, Handfeger, eine Decke und ein Ladekabel für das Smartphone. Was der Vermieter mitgibt, steht im Inserat, der Rest gehört in deinen Rucksack. Wer in Richtung Sauerland oder Eifel fährt, fragt außerdem nach Schneeketten, denn einige Zufahrten werden bei Schnee nur mit Ketten freigegeben, und Ketten gehören nicht zur Standardausstattung eines Nachbarschaftsautos.
Wetterlage: Wer am Freitag ein Auto für die Fahrt ins Sauerland bucht und für Samstag Schnee angesagt ist, bucht ein Auto mit Winterreifen oder gar keins. Wie das Protokoll aussieht und was hineingehört, steht in Die Übergabe: Protokoll, Fotos, Kilometerstand.
Was regelt der Vermieter?
Wer sein Auto im Winter vermietet, ist mit Winterreifen oder Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol auf der sicheren Seite. Das steht im Inserat, damit Mieter es vor der Buchung sehen, und es wird im Übergabeprotokoll festgehalten.
Seien wir ehrlich: Sommerreifen im Dezember kosten Buchungen. Mieter, die in die Eifel oder ins Sauerland wollen, suchen gezielt nach Fahrzeugen mit Winterbereifung. Ein Satz Winterreifen ist für Vermieter deshalb nicht nur Pflicht, sondern auch Umsatz. Was sonst noch dazu gehört, das Auto winterfest zu vermieten, steht im Ratgeber zum privaten Auto vermieten.
Winterreifen am Mietwagen sind keine Frage des Datums, sondern der Wetterlage, und beim privat gemieteten Auto tragen Fahrer und Halter die Verantwortung gemeinsam. Welche Bereifung ein Fahrzeug hat, steht im Inserat in der Shary-App, und bei der Übergabe wirfst du den Blick auf die Reifenflanke.
Häufige Fragen
- Gibt es in Deutschland eine Winterreifenpflicht nach Datum?
- Nein. Die Pflicht ist situativ: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen nur Reifen mit Alpine-Symbol gefahren werden, unabhängig vom Kalender.
- Wer haftet beim Mietwagen mit Sommerreifen im Schnee?
- Der Fahrer für die Fahrt, der Halter dafür, dass er sie zugelassen hat. Beide können ein Bußgeld und einen Punkt bekommen. Bei einem Unfall droht dem Fahrer eine Mitschuld und eine Kürzung durch die Kasko.
- Reichen M+S-Reifen noch als Winterreifen?
- Nein. Seit Oktober 2024 gelten nur noch Reifen mit Alpine-Symbol als wintertauglich. Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol erfüllen die Pflicht.
- Woran erkenne ich Winterreifen bei der Übergabe?
- Am Alpine-Symbol auf der Reifenflanke, einem Berg mit Schneeflocke. Fotografiere die Reifen für das Übergabeprotokoll und vermerke die Bereifung.
- Muss ein privater Vermieter Winterreifen aufziehen?
- Er muss das Auto so vermieten, dass es bei winterlichen Verhältnissen gefahren werden darf, oder im Inserat klar sagen, welche Reifen montiert sind. Die Bereifung steht bei Shary im Inserat oder wird in der App erfragt.
- Zahlt die Versicherung bei einem Unfall mit Sommerreifen im Schnee?
- Die Haftpflicht reguliert den Fremdschaden. Bei der Kasko kann die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen, und dem Fahrer wird oft eine Mitschuld zugerechnet.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

