Der Nachbar fragt, ob er am Samstag den Kombi haben kann, er zahlt auch was. Ja sagen dauert eine Sekunde. Was dann fehlt, ist alles, was eine Plattform sonst regelt: Versicherung, Zahlung, Protokoll, Haftung. Wer sein Auto privat vermieten will, braucht ohne Plattform einen Vertrag, der genau das ersetzt.
Dieser Ratgeber zeigt, was in den Mietvertrag gehört, wie du die Versicherung regelst, welche Risiken auch mit Vertrag bleiben und wann die Vermietung über eine Plattform die einfachere Lösung ist.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder deine Versicherung.
Warum reicht eine mündliche Absprache nicht?
Ein mündlicher Mietvertrag ist rechtlich wirksam. Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt die Miete beweglicher Sachen in den Paragrafen 535 und folgende, und es verlangt keine Schriftform. Das Problem ist nicht die Wirksamkeit, sondern der Beweis.
Wenn der Kombi am Sonntag mit einer Delle zurückkommt, steht Aussage gegen Aussage. War die Delle vorher da. Wer zahlt die Reparatur. Wie hoch ist die Selbstbeteiligung, die es ohne Vereinbarung gar nicht gibt. Welche Kilometer waren inklusive.
Seien wir ehrlich: Die Vermietung an den Nachbarn geht meistens gut. Die eine, die nicht gut geht, kostet die Nachbarschaft und das Geld, wenn nichts Schriftliches vorliegt. Ein Vertrag ist keine Misstrauenserklärung, er ist die Antwort auf Fragen, die man sich vorher nicht stellen will.
Was gehört in den Mietvertrag?
Der Reihe nach, zehn Punkte, die auf eine Seite passen.
Vertragsparteien mit vollständigem Namen, Adresse und Führerscheinnummer des Mieters. Den Führerschein vorher sehen und fotografieren.
Fahrzeug mit Marke, Modell, Kennzeichen, Fahrgestellnummer und Kilometerstand bei Übergabe.
Mietzeitraum mit Datum und Uhrzeit für Übergabe und Rückgabe. Was bei Verspätung gilt.
Mietpreis und Zahlungsweise. Vorab, nicht nachher. Überweisung mit Verwendungszweck, nicht Bargeld ohne Quittung.
Kilometer: Wie viele Kilometer inklusive sind und was der Mehrkilometer kostet.
Kraftstoff: Rückgabe mit demselben Tankstand wie bei Übergabe.
Versicherung und Selbstbeteiligung: Welche Versicherung während der Miete gilt und welchen Betrag der Mieter im Schadensfall selbst trägt.
Haftung: Wer für Schäden, Bußgelder, Verlust und Diebstahl aufkommt. Dass der Mieter das Fahrzeug nicht an Dritte weitergibt.
Nutzung: Keine Fahrten ins Ausland ohne Absprache, kein Rauchen, keine Tiere, keine Anhänger, falls gewünscht.
Übergabeprotokoll als Anlage: Fotos von allen Seiten, Innenraum, Kilometerstand, Tankanzeige, vorhandene Schäden. Bei der Rückgabe dasselbe noch einmal, beide unterschreiben.
Was ins Protokoll gehört und welche Fehler Vermieter dabei machen, steht im Ratgeber zum Übergabeprotokoll für Vermieter.
Wie regelst du die Versicherung ohne Plattform?
Das ist der Punkt, an dem die meisten privaten Vermietungen ohne Plattform ein Risiko bleiben. Deine private Kfz-Police deckt die entgeltliche Überlassung an Dritte in der Regel nicht ab, und das gilt auch für eine einmalige Vermietung an den Nachbarn.
Die Haftpflicht greift trotzdem für Schäden an Dritten, weil sie das Fahrzeug versichert, nicht den Fahrer. Der Versicherer kann aber beim Halter Rückgriff nehmen, wenn die Nutzung vertragswidrig war.
Die Kasko kann Schäden am eigenen Auto ablehnen, wenn die Vermietung nicht angezeigt war. Und jeder gemeldete Schaden kostet dich Schadenfreiheitsklassen.
Drei Wege bleiben, und alle drei müssen vor der Übergabe stehen:
Zusatzklausel beim eigenen Versicherer: Einige Versicherer nehmen die gelegentliche entgeltliche Vermietung gegen Aufpreis in die Police auf. Schriftlich beantragen, schriftlich bestätigen lassen, in den Vertrag mit dem Mieter aufnehmen.
Kurzzeitversicherung pro Vermietung: Tagesaktuelle Kfz-Versicherungen bei Spezialanbietern. Flexibel, pro Tag aber teuer.
Haftungsklausel im Mietvertrag: Der Mieter verpflichtet sich, Schäden bis zu einem vereinbarten Betrag zu tragen. Das ersetzt keine Versicherung. Wenn der Mieter nicht zahlen kann, bleibt der Schaden bei dir.
Zum Vergleich: Bei einer Buchung über Shary, der P2P-Carsharing-Plattform aus Bonn, ist jede Buchung über die VHV Versicherung abgesichert, mit Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko, der Schadenfreiheitsrabatt bleibt unberührt, und die Selbstbeteiligung trägt der Mieter. Die Details stehen im Ratgeber zur Versicherung beim privaten Carsharing.
Welche Risiken bleiben auch mit Vertrag?
Vier, und sie lassen sich nicht wegschreiben.
Zahlungsausfall: Ein Vertrag gibt dir einen Anspruch, kein Geld. Wer den Anspruch durchsetzen muss, landet beim Mahnbescheid und verliert die Nachbarschaft.
Bußgelder: Blitzerfotos kommen Wochen später an deine Adresse. Du musst den Fahrer benennen können, und dafür brauchst du Name, Adresse und Mietzeitraum aus dem Vertrag. Wer nach der Miete welches Bußgeld trägt, steht in Bußgeld nach der Miete: Wer zahlt was.
Steuern: Einnahmen aus der Vermietung sind sonstige Einkünfte, auch beim Nachbarn. Über 256 Euro Überschuss im Jahr wird es steuerpflichtig. Ohne Abrechnung einer Plattform musst du die Belege selbst führen.
Streit: Ein Vertrag regelt den Streitfall, er verhindert ihn nicht. Beim Nachbarn kommt dazu, dass man sich beim Bäcker wiedersieht.
Wichtig zu wissen: Je näher die Beziehung, desto größer die Hemmung, Schäden anzusprechen. Das Protokoll mit Fotos nimmt beiden Seiten die Diskussion ab, weil die Fotos sprechen, nicht die Personen.
Wann ist die Plattform die einfachere Lösung?
Genug Vertragsrecht. Konkret heißt das: Wer einmal im Jahr dem Nachbarn das Auto gibt und ihm vertraut, kommt mit Vertrag, Versicherungsklärung und Protokoll aus. Wer regelmäßig vermietet, an wechselnde Personen oder an Leute, die er nicht kennt, lagert genau diese Punkte an eine Plattform aus.
Bei Shary prüft die Plattform Führerschein und Ausweis der Mieter, die Zahlung läuft über die App, das Protokoll ist in der App, die Versicherung über die VHV ist in jeder Buchung enthalten, 200 Kilometer pro Tag sind inklusive, und Mehrkilometer werden automatisch abgerechnet. Dafür behält die Plattform 20 Prozent Provision. Was nach Provision und Kosten bleibt, rechnet der Ratgeber zum privaten Auto vermieten vor.
Und nichts spricht dagegen, dem Nachbarn das Auto über die Plattform zu vermieten. Er bekommt die Versicherung, du bekommst das Protokoll, und beide spart ihr euch den Vertrag auf der Motorhaube.
Auto privat vermieten ohne Plattform heißt: Der Vertrag muss Versicherung, Zahlung, Protokoll und Haftung selbst regeln, und das Risiko für Zahlungsausfall und Streit bleibt bei dir. Wer sich das sparen will, vermietet auch an den Nachbarn über die Shary-App, mit Versicherung, Protokoll und Abrechnung in jeder Buchung.
Häufige Fragen
- Brauche ich einen schriftlichen Vertrag, wenn ich mein Auto an den Nachbarn vermiete?
- Rechtlich ist auch ein mündlicher Mietvertrag wirksam. Ohne Schriftform fehlt aber jeder Beweis für Zeitraum, Preis, Kilometer, Selbstbeteiligung und den Zustand des Autos bei Übergabe.
- Was muss im Mietvertrag für ein privates Auto stehen?
- Vertragsparteien mit Führerscheindaten, Fahrzeug mit Kennzeichen, Mietzeitraum, Preis und Zahlung, Kilometerregelung, Kraftstoff, Versicherung und Selbstbeteiligung, Haftung, Nutzungsregeln und ein Übergabeprotokoll mit Fotos als Anlage.
- Ist mein Auto versichert, wenn ich es ohne Plattform vermiete?
- Die Haftpflicht greift für Fremdschäden. Die Kasko kann Schäden am eigenen Auto ablehnen, wenn die Vermietung nicht angezeigt war. Eine Zusatzklausel oder eine Kurzzeitversicherung muss vor der Übergabe stehen.
- Wer zahlt Bußgelder aus der Mietzeit?
- Der Fahrer. Du musst ihn gegenüber der Behörde benennen können, und dafür brauchst du Name, Adresse und Mietzeitraum aus dem Vertrag.
- Muss ich Einnahmen vom Nachbarn versteuern?
- Ja, als sonstige Einkünfte. Bleibt der Überschuss nach Kosten unter 256 Euro im Jahr, ist er steuerfrei, darüber wird der gesamte Überschuss versteuert.
- Kann ich dem Nachbarn das Auto auch über Shary vermieten?
- Ja. Dann sind Versicherung über die VHV, Zahlung, Protokoll und Abrechnung in der App geregelt, und beide Seiten sparen sich den eigenen Vertrag.
Was möchtest du als Nächstes tun?
Ob du ein Auto mieten oder deins vermieten möchtest — bei Shary geht beides.

